Ein Besuch der Geierwally-Hütte am Hafelekar über Innsbruck
Von der Bergstation der Hafelekar-Seilbahn aus ist sie noch nicht zu sehen. Ein Schild dorthin haben wir auch nicht gesehen. Aber wenn man von der Seilbahn aus nach links geht, in Richtung des Einstiegs zum Innsbrucker Klettersteig, wird direkt an der Geierwally-Hütte vorbeigehen. Wir müssen nur einen kleinen Felshügel hinaufgehen. Sogar einige Stufen sind in den Anstieg gebaut. Nach kaum fünf Minuten Fußweg sind wir schon am Ziel.
Auf der anderen Seite, wenn man in Richtung Innsbruck blickt, steht noch eine alte, vor einer Steinmauer umgebene Hütte am Berg. Zur Karwendelseite hin sieht man nur noch Fels, durch einen Einschnitt geht der Blick steil hinab ins Karwendeltal und zu den gegenüberliegenden Karwendelbergen.
Nichts als Fels und ein paar winzige grüne Grasflächen. Und mittendrin in einer Grube duckt sich die flache Hütte zwischen die Felsen. Genauso grau wie die Umgebung, als wolle sie sich verstecken. Eine Hütte aus grau gebleichtem Holz mit einem flachen Dach aus Teerpappe und Holzschindeln, die mit Steinen beschwert sind.
Sehr alt und recht armselig sieht die Hütte aus. In Gedanken erwartet man, dass nun ein uralter wettergegerbter Almbauer mit Rauschebart und Pfeife aus der windschiefen Tür tritt. Aber die Hütte ist nicht bewohnt, sie war es auch nie. Sie ist, kaum zu glauben, nur eine alte Filmkulisse.
Vor ziemlich genau 50 Jahren, im Jahr 1956, wurde hier oben der Film “Die Geierwally” gedreht, mit Barbara Rütting in der Titelrolle der Geierwally. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Wilhelmine von Hillern aus dem Jahr 1873. Eine Zusammenfassung des Buches findet Ihr bei Wikipedia. Insgesamt wurde das Buch übrigens schon sechsmal verfilmt.
Im Film lebt die Hauptfigur Wally in der Hütte. Nachdem sie sich mit ihrem Vater und der Dorfgemeinschaft zerstritten hat, hat sie sich in die Berge zurückgezogen. In der Hütte lebt sie zusammen mit ihrem zahmen Adler, den sie aufgezogen hat. Aus dem abschätzigen Begriff “Geier” für Adler entstand ihr Spitz- oder Schimpfname “Geierwally”. Grundlage für das Buch war die Geschichte von Anna Stainer-Knittel aus dem Tiroler Lechtal, aus der die Romanfigur entstand.
- In einer Felsgrube steht die Geierwally-Hütte am Hafelekar
- Inmitten einer Felslandschaft steht die Hütte, die perfekte Umgebung für einen Film
- Die Hütte passt mit ihrem rauhen Charme genau in die Umgebung, die gleichermassen abweisend und faszinierend ist
- Die Hütte sieht schon ziemlich alt aus, der Zustan ist über die Jahre nicht besser geworden
- Der Blick über die Hütte hinweg auf die Berge des Karwendels
- Hier schreibt sich die Geierwalli mit i, sonst mit y
- Flach geduckt steht die Hütte in ihrer felsigen Umgebung
- Noch einmal die Hütte in ihrer beeindruckenden Hochgebirgs-Umgebung
- Mit den Jahren sind die Holzwände der Hütte ausgebleicht und haben das felsige Grau der Umgebung angenommen
- Der Blick von der Hafelekarspitze über dei Bergstation Richtung Klettersteig. Gegenüber des kleinen grauen Hauses in der Bildmitte ist die Geierwally-Hütte
- Der Blick von der Anhöhe bei der Hütte zur Hafelekarspitze. Gut zu sehen ist der breite Aufstiegsweg, der in Serpentinen die wenigen Höhenmeter von der Bergstation überwindet
Die Hütte wurde extra für die Dreharbeiten oben am Hafelekar errichtet und steht dort seit mittlerweile 50 Jahren. Sie ist in Privatbesitz, besichtigen kann man sie nur von außen. Ein paar Einblicke gab es aber in der Fernsehreihe “Drama am Gipfel”, in der der Schauspieler Harald Krassitzer die Drehorte von Bergfilmen besucht hat. Zu diesem Zweck hat er mit Barabara Rütting noch einmal die alte Hütte am Hafelekar besucht.

Noch einmal die Hütte in ihrer beeindruckenden Hochgebirgs-Umgebung
Auch wenn der Zustand der Hütte nicht besonders gut ist, ein tolles Fotomotiv gibt sie in ihrer rauhen Umgebung auf jeden Fall ab.
Wenn Ihr also einmal mit der Nordkettenbahn aufs Hafelekar fahrt oder vielleicht sogar hochwandert, besucht die alte Hütte. Sie ist auch für Nicht-Wanderer leicht erreichbar. Wer zum Innsbrucker Klettersteig unterwegs ist, kommt direkt daran vorbei.
Wie kommt man hin? Direkt aus der Stadt Innsbruck, von der hochmodernen Station “Congress” aus, die direkt am Rand der Altstadt liegt: Erst fährt man mit der Hungerburgbahn, einer Standseilbahn steil hinauf zum Stadtteil Hungerburg. Dort, übrigens am Hermann-Buhl-Platz, steigt man in die Seilbahn zur Seegrube. Von dort fährt eine weitere Seilbahn hinauf aufs Hafelekar.
Links:
Alle Informationen zur Nordkette und zu den Bahnen bei nordkette.com
Informationen zu Drehorten in Tirol bei tirol.at/tirollywood
Die Geschichte der Anna Stainer-Knittel bei mein-osterreich.info
Buch, DVD und Wanderkarte:
Beeindruckende Bilder! echt gut
Hallo
habe auf meinem Blog ebenfalls das Hafelekar ! Die Hütte habe ich aber nicht gesehen – wenn ich das gewußt hätte !!!!!
Hi Uli,
wirklich beeindruckend und schön, in welch raue Kulisse man dort mit der Bahn kommt. Kein Wunder, dass die Innsbrucker ihre Nordkette so mögen. 🙂
Da warst du übrigens einer der letzten, die die alte Hütte noch gesehen haben. Im letzten Herbst wurde sie abgerissen und dann neu aufgebaut. Auch ich musste erst fragen, wo sie eigentlich steht, denn es ist oben nicht selbsterklärend. Also: Wer sie sucht, folgt am besten der Ausschilderung zum “Innsbruckblick”.
Viele Grüße, Nadine